Kettenzähler ohne Einbau: zum Ankern aufstecken, danach abnehmen

Was ein fest eingebauter Kettenzähler bedeutet – Sensor, Magnet, Kabel, Elektriker – und warum AnkerSepp ohne all das auskommt: vor dem Ankermanöver aufstecken, danach wieder abnehmen, auch auf der Charteryacht.

Der Steuerstand eines Motorboots mit Steuerrad, Gashebeln, Instrumenten und zwei Kartenplottern, dahinter das offene Meer.
Foto: Thibault Om / Pexels

Die kurze Antwort

Ein herkömmlicher Kettenzähler wird eingebaut: ein Sensor an der Ankerwinsch, ein Magnet in der Kettennuss, ein Kabel vom Bug bis zum Steuerstand, ein Anzeigegerät im Armaturenbrett. Die Geräte kosten im Handel von einigen hundert Euro bis über 2.000 €, dazu kommt meist die Arbeit eines Bootselektrikers.

AnkerSepp geht den anderen Weg: Das Gerät wird auf die vorhandene Ankerwinsch aufgesteckt und mit einer Vierteldrehung festgesetzt. Kein Bohren, keine Kabel, kein Eingriff in die Bordelektrik – und es zeigt die ausgelegte Kette in Metern an, direkt an der Winsch. Damit ist ein Kettenzähler auch dort möglich, wo ein Einbau nicht in Frage kommt: auf der Charteryacht, auf dem Boot, an dem man nicht bohren will, und auf dem nächsten Boot, wenn man wechselt.

AnkerSepp ist dabei nicht für die dauerhafte Montage gedacht. Man steckt es vor dem Ankermanöver auf und nimmt es danach wieder ab.

So funktioniert ein herkömmlicher Kettenzähler

Fast alle eingebauten Kettenzähler arbeiten nach demselben Prinzip: In der Kettennuss der Winsch sitzt ein kleiner Magnet, am Gehäuse ein Sensor. Bei jeder Umdrehung der Nuss läuft der Magnet am Sensor vorbei und erzeugt einen Impuls. Das Anzeigegerät am Steuerstand zählt die Impulse und rechnet sie in Meter um.

Damit das funktioniert, muss die Winsch dafür vorbereitet sein oder nachgerüstet werden, und zwischen Bug und Steuerstand muss eine Leitung liegen. Geräte, die die Winsch zusätzlich steuern, werden außerdem an deren Relais angeschlossen.

Was der Einbau bedeutet

Ein eingebauter Kettenzähler ist kein Zubehör, das man einfach anschließt. Der typische Ablauf:

  1. Magnet in die Kettennuss und Sensor ans Winschgehäuse, falls nicht schon vorhanden.
  2. Ein Sensorkabel vom Bug zum Steuerstand ziehen – durch Ankerkasten, Schotten und Verkleidungen.
  3. Das Anzeigegerät einbauen, meist mit einem Ausschnitt im Armaturenbrett.
  4. Stromversorgung anschließen, bei steuernden Geräten zusätzlich an die Winschsteuerung.
  5. Auf Kette und Nuss kalibrieren und den Nullpunkt setzen.

Die Hersteller empfehlen dafür einen Fachbetrieb. Auf einem Motorboot mit kurzem Weg vom Bug zum Steuerstand sind das einige Stunden, auf einer Segelyacht, deren Kabel vom Ankerkasten bis ins Cockpit muss, schnell ein Tag. Und was einmal eingebaut ist, bleibt am Boot.

Die Alternative: aufstecken

AnkerSepp wird auf die vorhandene elektrische Ankerwinsch gesteckt und mit einer Vierteldrehung festgesetzt. Ein Druck auf den Knopf, und das Display zeigt null Meter. Läuft die Kette aus, zählt es mit, Meter für Meter; holt die Winsch die Kette wieder ein, zählt es zurück. Abgenommen ist es genauso schnell, wie es aufgesteckt wurde.

Genau so ist es gedacht: AnkerSepp bleibt nicht an der Winsch. Man steckt es vor dem Ankermanöver auf, liest beim Auslegen die Länge ab und nimmt es wieder ab, sobald der Anker hält – und beim Ankerauf ebenso. Dazwischen liegt es unter Deck, statt dauerhaft Sonne, Salzwasser und Wetter ausgesetzt zu sein.

Wie das im echten Einsatz aussieht, zeigen die Aufnahmen auf der Startseite: aufgesteckt, eingeschaltet, beim Ankern und beim Einholen.

Die Vorteile im Einzelnen

Keine Montage

Kein Magnet in der Kettennuss, kein Sensor am Gehäuse, kein Ausschnitt im Armaturenbrett. Es wird nichts gebohrt, geschraubt oder geklebt, und am Boot bleibt nichts zurück.

Keine Kabel, kein Elektriker

Der aufwendigste Teil eines Einbaus ist meist nicht das Gerät, sondern der Weg dorthin: das Kabel vom Ankerkasten bis zum Steuerstand. Bei AnkerSepp gibt es diesen Weg nicht. Damit entfallen auch die Arbeitsstunden, die ein Fachbetrieb dafür berechnet.

Die Winschsteuerung bleibt, wie sie ist

AnkerSepp wird nicht an Relais, Schalter oder Bordnetz angeschlossen. Die Winsch wird weiter so bedient wie bisher – mit Fußschalter, Schalter oder Fernbedienung. An der Elektrik, die den Anker hält, ändert sich nichts.

Auf der Charteryacht einsetzbar

Auf einer Charteryacht darf man nicht bohren und keine Kabel ziehen, und eingebaute Kettenzähler sind dort selten. AnkerSepp bringt man mit, steckt es zum Ankern auf und nimmt es danach wieder ab – an der Yacht bleibt nichts zurück. Für alle, die jedes Jahr auf einem anderen Boot unterwegs sind, ist das der Weg zu einem eigenen Kettenzähler.

Es geht mit, wenn das Boot wechselt

Ein eingebauter Zähler gehört zum Boot – beim Verkauf bleibt er dort, auf dem nächsten Boot fängt man von vorn an. AnkerSepp nimmt man mit. Auch zwischen zwei Booten, etwa einem eigenen und einem gecharterten, wechselt es in Sekunden.

Die Anzeige ist dort, wo die Kette läuft

Wer beim Ankern am Bug steht und die Winsch mit Fußschalter oder Fernbedienung fährt, schaut auf die Kette, nicht zum Steuerstand. Genau dort, an der Winsch, zeigt AnkerSepp die Länge an. Wer am Bug steht, braucht keine Zurufe mehr, um zu wissen, wie viel draußen ist.

Herkömmlicher Kettenzähler und AnkerSepp im Vergleich

Herkömmlicher Kettenzähler AnkerSepp
Montage Sensor, Magnet, Anzeigegerät aufstecken, Vierteldrehung
Am Boot dauerhaft montiert nur während des Ankermanövers
Bohren meist nötig nein
Kabel vom Bug zum Steuerstand keine
Eingriff in die Winschsteuerung bei steuernden Geräten ja nein
Fachbetrieb empfohlen nicht nötig
Auf der Charteryacht nicht möglich ja
Beim Bootswechsel bleibt am alten Boot kommt mit
Anzeige am Steuerstand an der Winsch

Für wen AnkerSepp gedacht ist

  • Charterskipper, die jede Saison ein anderes Boot übernehmen und trotzdem wissen wollen, wie viel Kette draußen ist.
  • Eigner, die nicht bohren wollen – sei es wegen des Aufwands, wegen des Kabelwegs oder weil das Boot so bleiben soll, wie es ist.
  • Crews, bei denen am Bug geankert wird, mit Fußschalter oder Fernbedienung, während jemand anderes steuert.
  • Wer mehrere Boote nutzt, das eigene und gelegentlich ein gechartertes.

Und die Markierung?

Eine Markierung an der Kette lohnt sich in jedem Fall, mit oder ohne Zähler – als zweite, unabhängige Methode. Wie man das am besten macht, steht in Ankerkette markieren: sechs Methoden im Vergleich. Und wie viel Kette es überhaupt sein soll, in Wie viel Ankerkette bei welcher Wassertiefe?.

Wann gibt es AnkerSepp?

AnkerSepp ist in Entwicklung, der Prototyp ist auf echten Booten im Einsatz. Für welche Winschen es passt, prüfen wir Modell für Modell – wer sich auf die Warteliste einträgt, kann sein Winschenmodell angeben und erfährt Preis und Liefertermin als Erster.